Konzept

Kinder setzen sich mit ihrer Umwelt in mehr als nur einer Sprache auseinander. Sie entdecken, forschen und lernen sehr unterschiedlich. Wir lassen dies nicht nur zu, sondern fördern die vielfältigen Ausdrucksweisen, die „hundert Sprachen des Kindes“ (Loris Malaguzzi). Die natürliche Wissbegierde der Kinder wird unterstützt, indem sie angeregt werden, eigene Aktivitäten zu entfalten und Neues auszuprobieren. Großen Wert legen wir auf die Entwicklung von sozialem Verhalten und Verzicht auf Gewalt. Mit diesem Verständnis von kindgerechter Erziehung orientieren wir uns an der in Italien entwickelten Reggio-Pädagogik.

Wir möchten den Kindern insbesondere folgende Werte vermitteln: Toleranz, Kritikfähigkeit und Solidarität, ein Bewusstsein für andere Menschen, deren Sitten und Kultur sowie gute Umgangsformen als Zeichen des Respekts vor dem Gegenüber. Das Erzieherteam versteht sich dabei als Vorbild und Lernpartner der Kinder. Dazu beobachtet und dokumentiert es die Entwicklung, das Verhalten und die Aktivitäten jedes einzelnen Kindes.

Projektarbeit und regelmäßige Kinderkonferenzen sind zentraler Bestandteil des Kindergartentags. Die Projekte ermöglichen es den Kindern, in einem für sie sinnvollen und motivierenden Zusammenhang Wissen zu sammeln, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln, kreativ zu gestalten und ganzheitlich-sinnliche Erfahrungen zu machen. Kinderkonferenzen dienen der Lösung von Konflikten und üben soziale Verantwortung.

Wichtiger Teil des Kindergartentags ist das gemeinsame Essen und das Spielen an der frischen Luft - bei jedem Wetter für mindestens eine Stunde. Ziel ist ein kindgemäßer Wechsel von Anspannung und Entspannung, Aktivität und Ruhe.

Reggiopädagogik

Die Reggio-Pädagogik sieht das Kind als Konstrukteur seiner Entwicklung, seines Wissens und Könnens. Es weiß am besten, was es braucht und betreibt mit Energie und Neugierde die Entfaltung seiner Fähigkeiten und Kompetenzen. Seine individuellen Bedürfnisse führen das Kind dabei auf Entdeckungsreise in seine eigene Welt.

Loris Malaguzzi prägte das Bild des Kindes als „eifriger Forscher“: es will die Welt verstehen und in Beziehung zu sich setzen; es will durch Experimente, über Gelingen und Scheitern seine Handlungskompetenz und seinen Horizont erweitern. Das Kind bildet sich also selbst; es kennt und bestimmt selbst den besten Zeitpunkt für ein bestimmtes Thema.

Im Mittelpunkt der Reggio-Pädagogik stehen aufmerksame, forschende und kreative Kinder, deren Ausdrucksvielfalt sich in „hundert Sprachen“  äußert. Dieses Bild vom Kind, das in der Reggio-Pädagogik entwickelt wurde, ist auch für unseren Kindergarten leitend. Die Selbstständigkeit der Kinder wertzuschätzen, sie zu begleiten, sie zu ermutigen Neuland zu begehen und sich selbst frei zu entfalten, ist die Aufgabe von Erzieher_innen und Eltern. Wir sehen uns dabei selbst als lernende und forschende Begleiter der Kinder, als Partner auf Augenhöhe.

"Kinder sind stark, vielfältig begabt und leistungsfähig. Alle Kinder verfügen über die Bereitschaft, die Fähigkeiten, die Neugier und Interesse, ihren Lernprozess zu gestalten und sich mit allem auseinanderzusetzen, was ihnen in ihrer Umwelt begegnet."
~ Loris Malaguzzi

"Kinder sollten mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun. Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist, dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später sein ganzes Leben lang schöpfen kann. Dann weiß man, was es heißt, in sich eine warme, geheime Welt zu haben, die einem Kraft gibt, wenn das Leben schwer wird. Was auch geschieht, was man auch erlebt, man hat diese Welt in seinem Innern, an die man sich halten kann."
~ Astrid Lindgren

"Wir begegnen uns in unseren Gemeinsamkeiten und wachsen durch unsere Unterschiede."
~ Virginia Satir